Rezension zu „Im Licht des Todes“ von Ina May

Titel: Vergiftete Seelen
Inhaltsangabe des Verlages:
Ein Fall für Clara Hortulana München im Sommer 1738: Der Tod geht um. Einige hoch angesehene Bürger hat er schon ereilt. Jede Tat weist ein grausiges Detail auf. Was haben ein Brandmal in Form eines Talers auf dem Allerwertesten des Stadtoberrichters und eine Schafszunge im Mund eines Herzogs zu bedeuten? Unerschrocken begibt sich die Nonne Clara Hortulana, die über die Gabe des zweiten Gesichts verfügt, auf die Suche nach dem Täter. Sie ahnt nicht, dass sie einem dunklen Geheimnis auf der Spur ist, das in der Vergangenheit ihres Clarissenklosters verborgen liegt.
Rezension:
Ein prächtiger historischer Kriminalroman! Ina Mays „Im Licht des Todes“ entfaltet eine solche Sogwirkung durch die man, ihr hilflos ausgeliefert, gleich Zeit und Raum vergisst. Die Autorin versteht es auf wunderbare Weise mit ihrer fast barock anmutenden, dicht gewebten Geschichte zu verführen. Trotz des nicht geringen Personals, jede Figur, auch die geringsten Nebenfiguren, nimmt vor dem Leser Gestalt an. Selbst die Wege, die die Protagonisten durch das kurfürstliche München im Sommer 1732 gehen; man meint den Belag unter den Schuhen zu spüren. Das historische Wissen der Autorin über bestickte Jabots, Wassertoiletten und die Kunst des Duells, nie dient es dem schlecht getarnten Selbstzweck, selbst Aristoteles Auslassungen über Penisgrößen in einem Leichenschauhaus diskutiert, wirken nicht künstlich. Am Ende des Romans, nach Stunden in dieser erdachten Welt, alle losen Erzählfäden sind verknotet und die Bösen der Gerechtigkeit zugeführt, da taucht der Leser wieder auf, mit einem selig zufriedenen Lächeln wie nach einem üppigen Festschmaus auf den Lippen und will nur eins: mehr.

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