Rezension zu: Das Geheimnis des Genter Altars von Hans Jürgen Wrede

Ich gestehe, ich habe ein Faible für historische Romane und eins für mittelalterliche Malerei, also war es nicht sonderlich schwierig mich mit dem Klappentext neugierig auf Klaus-Jürgen Wredes Erstling “Das Geheimnis des Genter Altar” zu machen.

Der Thrillerautor verbindet auf 434 Seiten die Verbrennung von Jacques de Molay, dem dreiundzwanzigstem und letztem Großmeister der Tempelritter, und dem Ordensmeister der Normandie 1314 auf der Île de la Cité, der sogenannten “Judeninsel” in Paris, mit einem, wenn nicht gar dem spektakulärsten, und bis heute nicht gelösten, historischen Kunstraub, der Entwendung der zwei linken Genter Altartafeln 1934 gemalt von Jan van Eyck “ Die gerechten Richter” und “Johannes der Täufer” und führt das Ganze bis in die Gegenwart nach Köln zur mysteriösen Ermordung eines jungen Mannes.

Die erste Spur über das Warum des Verbrechens an seinem Freund Juri, die Daniel zusammen mit dessen Schwester Mara findet, verweist auf den mysteriösen Kunstraub aus der St. Bravo Kathedrale. Die zwei entwendeten Retabeln mit ihrer mittelalterlich Bildsprache, die Projektionsfläche für die abenteuerlichsten Mythen bieten, liefern die nächsten Hinweise. Und so arbeiten sich die zwei wie bei einer Schnitzeljagd durch Westeuropa immer weiter, gehetzt von einer  Organisation, die, wie es sich für einen Thriller gehört, über Leichen geht. Bis zum Showdown im Land der Katharer, in der Nähe der südfranzösischen Stadt Carcassonne, sozusagen auf heimischem Boden für den Autor und Erfinder des gleichnamigen Spiels, wird auch der Leser  vorangetrieben.

Gut gezeichnete Protagonisten, auch wenn ihr Einsteckvermögen bisweilen etwas Mystisches hatte, ein spannender Plot, der mir in einer etwas abgespeckten Variante, noch besser gefallen hätte, aber ein empfehlenswerter Erstling. Ich finde: eine faszinierende Idee die beiden mittelalterlichen Ereignisse zu verweben und dann das Ganze noch in einer literarisch nicht verschreckenden Sprache..chapeau! Ich will mehr davon, ganz schnell.

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