Patricia und wie andere die Welt sehen…

In Tödliche Stimmen von Marcus Johanus hat die kurz vor dem Abitur stehende, hochbegabte, aber sozial auffällige Patricia nach einer Einbestellung beim Rektor ihrer Schule in dem kleinen Ort Keiltin, im Brandenburger Niemandsland, auf dem Nachhauseweg einen beinahe Zusammenstoßen mit einem alten Mercedes. Dessen undurchsichtiger Fahrer, Frank Fulger gibt vor Reporter zu sein, trägt eine Waffe und transportiert Benzinkanister auf der Rückbank. Ausgelöst wurde er durch visuelle und auditive Beeinträchtigungen, sie sieht und hört Dinge aus der Perspektive anderen Menschen. Diese Visionen, die sie von da an blitzartig und regelmäßig überfallen, lassen sie schon bald an ihrem psychischen Gesundheit zweifeln.

Als dann innerhalb der nächsten Tage erst ihre Schule in Flammen aufgeht und auf dem Rathausplatz Menschen von einem Sniper beschossen werden, und das, durch zwei bis dahin völlig unauffällige Schulkameraden, einer davon ihr bester und ältester Freund Ivo, versucht Patricia einzugreifen und wird dabei selbst verletzt. Am Krankenbett erhält sie Besuch von ihrem mysteriösen, totgeglaubten Vater und ihre Adoptivmutter eröffnet ihr endlich die Umstände ihrer Geburt und des vorausgegangenen Unfalls ihrer leiblichen Eltern. In diesem Ereignisgewirr stellt sich auch heraus, dass der heimliche Held ihrer unterdrückten romantischen Pausenhofphantasien, schon lange in sie verliebt ist, und dazu noch über genau so coole Superkräfte wie sie verfügt.

Ein Fantasy-Jugendbuch, das als Thriller getarnt, wohl auch noch ein paar Leser jenseits der Pubertät abfischen sollte. Dumm nur liebe Marketingprofis, wenn das Buch dadurch an die Falschen gerät, die weder auf Fantasy noch auf die kitschige “from zero to heroine” Stories stehen.

Aber für all die, die auf diese Art wohl kalkulierten, gut verkäuflichen Plot à la äußerlich durchschnittliche Außenseiterin wird erhört von dem begehrtesten Typen in town, der, der sie alle haben kann, aber die modellgleichen, völlig oberflächlichen Tussies in den Wind schlägt und nur sie, seine wahre Seelenverwandte, will, um dann gestärkt durch ihre einzigartige Liebe gegen äußerliche Wiederstände jeder Art, ob stressige Eltern, Außerirdische oder geheime Militäroperationen, gemeinsam zu kämpfen, natürlich siegreich, für all die ist es der Lesestoff!

Vielen Dank an den Verlag für die Überlassung des Rezensionsexemplar.

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