Rezension: Drum prüfe, wer sich ewig binde…

m dritten Band der Kreuz-Trilogie, in Die Bastardtochter, von Petra Schierübernimmt die junge Enneleyn von Manten der Rolle der Protagonistin in der Geschichte um jene geheimnisvolle Reliquie des heiligen Zachäus, die einst von Kreuzfahrern in drei Teile zerlegt und mit dem Schwur der ewigen Freundschaft und gegenseitigen Beistand der Familien belegt wurde.

In Koblenz haben die Nachfahren jener Männer Gräfin Elisabeth von Künen, Enneleyns Stiefmutter, Lucia, die Tochter eines freien Bauern, Gewürzhändlerin und Elisabeths beste Freundin, und Martin von Wied, ein reicher Weinhändler und Lucias Ehemann, das Schmuckstück und auch ihre Familien vereint.

Enneleyn ist die uneheliche, aber anerkannte Tochter einer Schankmagd und des Grafen Johann von Manten, der sie als junges Mädchen bei sich im Haushalt in Koblenz aufgenommen und liebevoll erzogen hat. Sie, die Bastardtochter, ist gerade wegen ihres Geburtsmakels bestrebt ihrem Vater und der Familie Ehre zu machen.

Als der charmante Ritter Guntram von Eggern um sie wirbt, kann sie ihr Glück kaum fassen und willigt auch zur Freude ihres Vaters und Elisabeths relativ schnell in eine Ehe von Stand ein, die weit über ihren Erwartungen liegt.

Schon in der Hochzeitsnacht erfährt sie, das Guntram über zwei Gesichter verfügt und sein ritterliches Auftreten lediglich Fassade ist, um sich das Vertrauen ihre Familie zu erschleichen. Nach und nach erkennt sie, dass sie nicht einfach nur eine lieblose Ehe führt, in der der Herr seine Munt schlägt, über ihre Brautgabe nach seinem Gutdünken verfügt, sondern dass er einem größeren Plan verfolgt, in dem sie nur das Faustpfand ist. Doch da ist es fast zu spät ihren Stolz diese Ehe zu ertragen zu überwinden und sich den Menschen, die sie lieben anzuvertrauen.

Der einzige, der ihr, in dieser schweren Zeit der Maskerade, beisteht, ist Anton Bongert, der wohlhabende Tuchhändler und jüngere Bruder Lucias, den es von Mailand zurück zu seiner Familie und seinen Freunden verschlagen hat.

Anton ist ein Bekannter aus Kindertagen, der im Haus von Martin Wied, dem besten Freund des Grafen, seine ersten Lehrjahre als Kaufmann verbracht hat, um dann nach Italien zu gehen. Nun will er sich mit seinem Ziehsohn, dem ehemaligen Straßenjungen Palmiro, in Koblenz als Kaufmann niederlassen und sich einen Kundenstamm vor Ort aufbauen, zu dem auch der Ritter gehört. Dabei gelingt ihm immer häufiger ein Blick hinter die Fassade zu werfen und er bittet Enneleyn ihr helfen zu dürfen.

Dieser letzte Band ist auch ohne Kenntnis der Vorgängerbände zu lesen, da die Autorin, wenn notwendig, immer wieder geschickt Erklärungen einfügt, ohne dass sie andere Leser damit langweilt.

Für mich ist es aber leider nicht der beste der Trilogie. Die Figuren sind mir zu flach gezeichnet, es gibt den Bösen und die Guten, die ein bisschen unkonventionell für die damalige Zeit sind, aber nicht an unseren heutigen Moralvorstellungen kratzen. Die Handlung selbst war mir zu vorhersehbar, die Beschreibungen nicht detailliert genug, viele Charaktere nur noch Stichwortgeber. Das Setting in Koblenz spielt nur eine zu vernachlässigende Rolle, da die Stadt außer durch Nennung von Straßennamen und Plätzen, ihre Geschichte, keine Rolle spielt.

Mir war es zu wenig detailreiches Fleisch am mageren Plot-Knochen, zu sehr eine ganz nette Liebesgeschichte, aber zu wenig anspruchsvoller Historienroman.

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