„Tacheles für Frauen“ oder „Rache für Bärbel“

Bücher dürfen viel mit mir tun, nur eins nicht: mich langweilen!
Wenn ein Autor das tut, werd ich sauer und ich meine jetzt nicht diese Mädchenoption mit „beleidigt sein, heulen, petzen oder so was wie Zunge rausstrecken!“ also „zickig sein“.

Ich vergesse jede Höflichkeit, die froh ist ihr „Altbauwohnungs-Exil  zu 850,- Euro kalt“ dafür mal kurz zu verlassen, und rufe: „‚Du arschnasige‘ Bitch, hast mir meine wertvolle Lebenszeit geklaut!“

So viel „Authentizität“ darf die Autorin nach der Lektüre schon erwarten, die „formt auf Dauer“ schließlich “ den Humor“ und wir könnten trotz liebevollem Verriss ganz „ohne Kuchengabel“ noch „das Make-up“, wenn schon nicht „gegenseitig verspachteln“ dann vielleicht tauschen?!

All jene Stunden, die ich bei „von Männern erfundenen Beschäftigungen wie Pilates“ doch viel sinnvoller hätte verbringen können, damit ich nicht irgendwann zu den „85% der Frauen in Dtl.“ gehören muss, „die sich einer Schönheits-Op unterziehen“, um nicht das gleiche Schicksal zu erleiden wie „162 Frauen, die 2013 von ihren Partner getötet wurden“.  Hätten die Geschlechtsgenossinnen sich für das „beliebteste chirurgische Tunig, die Brustvergrößerung“ entschieden, vielleicht wären sie ja noch am Leben 😉

Freie Minuten, die ich natürlich auch für ausgiebige Kontemplation hätte nutzen können. Statt „einen dünnen Thomas Mann oder zwei Hemingways, also echte Nobelpreisträger“ mit ins Bett zu nehmen, hätte ich, Frau Bauerfeind sei dank, mich in das „erste Buch Katrin“ vertiefen können. Durch ihr auserwähltes Ohr hat das spirituelle Oberhaupt der weiblichen Welt, jene Göttin mit dem altbackenen Vornamen Brigitte, den ich nur in norddeutscher Färbung denken kann, und der nach Hefekuchen riecht, die vier Gebote diktiert.

Und gegen das wichtigste dieser Gebote „Macht Liebe! Reichlich!“ unserer käuflichen Göttin, immerhin „200 Euro mit Frühbucher-Rabatt“ habe ich mit der Lektüre verstoßen!

Denn wie resümiert die Autorin so selbstkritisch „Frauen beim Erzählen einer Geschichte zuzuhören ist, wie dem Flug einer Mücke zu folgen, die vorher auf einem Bierglas Station gemacht hat: Es geht hierhin, dahin und ssssmmm wieder zurück und, bäng, vor die Wand.“ (S. 43)

Das gilt noch viel mehr für viele aneinander gereihte Geschichten. Da muss ich dem Untertitel des Buches zustimmen, langweilige „Geschichten“ zu lesen statt Sex, das „würde Männern nie passieren“!

Nach dieser „abschließende Manöverkritik“ als Teilnehmerin des Bauerfeind Kurses „Tacheles für Frauen“ erwarte ich die versprochene „Siegerurkunde und einen Cupcake“.

Katrin Bauerfeind: Hinten sind Rezepte drin, Fischer Verlag, ISBN 978-3-596.03396-6

Ich danke dem Fischer Verlag für die Überlassung des Rezensionsexemplars.

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