Von Baeckeoffe, Köjelhopf un Zwiwwelkuech…

Was liegt als Autorin eines Blogs mit dem Untertitel food & literature näher als ein Kochbuch zu rezensieren? Nichts! Deshalb tue ich heute mal das Nächstliegende: Ich stelle ein Kochbuch vor.

Wobei es sich bei „Lieblingsrezepte aus dem Storikenescht“ um ein besonderes Kochbuch handelt. Die Autoren, die Elsässer Danielle und Serge, waren seit Februar 1998 die Restaurantbetreiber des über den Bodensee hinaus bekannten Restaurants Storikenescht, das nun nach 18 Jahren sein Herdfeuer gelöscht hat. So handelt es sich bei dem Kochbuch um ein kulinarisches Farewell an die Gäste, die ausgestattet mit den Lieblingsrezepten nun so angeleitet den eigenen Kochlöffel schwingen sollen, um elsässisch zu kochen.

Das Buch ist nach einem Vorwort der Autoren und einer Rezeptauswahl von vier für das Haus typischen Beilagen (Bratkartoffeln, Spätzle, Ratatouille und Apfelrotkraut) und fünf Saucen (Vinaigrette Maison, Rouille, Fischsauce, Demi-Glace und Crème Anglaise) in die gastronomischen Kategorien Vorspeisen und Salate, Kleine Gerichte, Hauptspeisen und Nachspeisen eingeteilt. Hinzu kommt eine Auswahl von Winzern und Destillerien, die das Haus über Jahre beliefert haben und ein Rezepteverzeichnis.

Das Cover zeigt eine für meinen Geschmack unerträglich kitschige Zeichnung von Charly Barat aus dem Jahr 1997. Ich nehme an passend zur Dekoration des Restaurants werden die beiden Besitzer servierend mit 2 an einem Tisch speisenden Gästen als Störche dargestellt. Da an keiner Stelle des Buches der Titel bzw. der Restaurantname übersetzt wird und ich des elsässischen nicht mächtig bin, vermute ich lediglich, dass er Storchennest bedeutet.

Mit Rezepten wie der bis in den Norden bekannte Elsässer Flammkuchen oder dem Quiche Lorraine, dem typischen Sauerkraut auf Elsässer Art oder dem Hähnchen mit Riesling gibt es die Klassiker der Elsässer Küche, aber auch Rezepte aus anderen Regionen des Hexagones sind vertreten, als da wären: die typische frz. Zwiebelsuppe, Entenleberterrine oder eine Tarte Tatin, der gestürzte Apfelkuchen, unserer westlichen Nachbarn.

Die Aufmachung der Rezepte ist eher pragmatisch, als dass dabei die Ästhetik besonders hervorsticht, allen voran das Arrangement der Gerichte und auch die Photos selbst wirken schon sehr altbacken.

Die Zutatenliste und die Vorgehensweise sind deutlich von einander abgegrenzt und meist nachvollziehbar beschrieben, so dass dem Nachkochen nichts im Wege steht.

Für die Spezie der ambitionierten Hobbyköche, die schon über mindestens ein Regalbrett französischer Kochbücher verfügen sicherlich nicht anspruchsvoll oder extravagant genug, aber für Freunde der deftigen deutschen Küche mit durchschnittlichem Kochvermögen eine gute Möglichkeit über die eigenen Landesgrenzen hinaus zu kochen, ohne zu exotisch zu werden und eine nette Geste für all die treuen Gäste des Hauses sich über den Gaumen an ihr Lieblingsrestaurant zu erinnern.

Lieblingsrezepte aus dem Storikenescht Ein Stückchen Elsass zum Selberkochen, Danielle Laboux und Serge Schatz, Debras Verlag, 12,80 EUR

 

Vielen Dank an den Debras Verlag für die Überlassung des Rezensionsexemplars.

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