Die Shorties sind da…

Mit dem Deutschen Buchpreis zeichnet die Börsenverein des Deutschen Buchhandels Stiftung jährlich zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse den deutschsprachigen „Roman des Jahres“ aus. Ziel des Preises ist es, über Ländergrenzen hinaus Aufmerksamkeit zu schaffen für deutschsprachige Autoren, das Lesen und das Leitmedium Buch.

Von 156 Romanen, die zwischen Oktober 2015 und dem 20. September 2016 erschienen sind, und von 98 Verlagen eingereicht wurden, hat sich die Jury auf 6 herunterdiskutiert.

Der Jury gehören an: Christoph Schröder (freier Kritiker), Thomas Andre (Hamburger Abendblatt), Lena Bopp (Frankfurter Allgemeine Zeitung), Berthold Franke (Goethe-Institut Prag), Susanne Jäggi (Librium Bücher, Baden), Sabine Vogel (Berliner Zeitung) und Najem Wali (Autor und Kritiker, Berlin).

Von Stille bis Gewalt: Die Romane der diesjährigen Shortlist decken ein breites inhaltliches Spektrum ab, doch sie eint eine starke Bodenhaftung, der unmittelbare Bezug zur beobachteten Realität. In harten, kontroversen Gesprächen haben wir um die sechs Autorinnen und Autoren der Shortlist gerungen. Nun aber sind wir zuversichtlich, mit der Shortlist eine Auswahl von Titeln zusammengefügt zu haben, die sowohl die unbestrittene Qualität dieses Bücherjahres als auch die unterschiedlichen Ansätze, sich der Welt und deren Beschreibungsmöglichkeiten zu nähern, widerspiegelt„, sagt Christoph Schröder, Sprecher der Jury für den Deutschen Buchpreis 2016.

Die auserwählten Romane der Shortlist sind:

  • Reinhard Kaiser-Mühlecker: Fremde Seele, dunkler Wald (S. Fischer, August 2016)

Alexander kehrt von seinem Auslandseinsatz als Soldat in die Heimat zurück. Seine Unruhe treibt ihn bald wieder fort. Sein jüngerer Bruder Jakob führt unterdessen den elterlichen Hof. Als sich sein Freund aufhängt, wird Jakob die Schuldgefühle nicht mehr los. Der Vater fabuliert von phantastischen Geschäftsideen, während er heimlich Stück für Stück des Ackerlandes verkaufen muss. Die Zeit vergeht, und es geschieht scheinbar nichts. Und doch ereignet sich das gesamte Drama der Existenz dieser Menschen, die durch das Land, Verwandtschaft, Gerede und ihre Sehnsüchte miteinander verbunden sind.

  • Bodo Kirchhoff: Widerfahrnis (Frankfurter Verlagsanstalt, September 2016)

Reither, bis vor kurzem Verleger in einer Großstadt, nun in einem idyllischen Tal am Alpenrand, erhält überraschend abendlichen Besuch. In sein Leben tritt Leonie Palm, zuletzt Besitzerin eines Hutgeschäfts. Sie hat ihren Laden geschlossen, weil es der Zeit an Hutgesichtern fehlt, und er seinen Verlag, weil es zunehmend mehr Schreibende als Lesende gibt. Gemeinsam begeben sie sich auf eine Reise ohne Ziel, die sie nach Sizilien führt. Unterwegs teilen sie Geschichten aus ihrer Vergangenheit und lassen die Zukunft neu auf sich zukommen. Dabei begegnet ihnen ein Mädchen, das sich ihnen stumm anschließt.

  •  André Kubiczek: Skizze eines Sommers (Rowohlt Berlin, Mai 2016)

1985, Potsdam, große Ferien. Doch der sechzehnjährige René bleibt dieses Jahr zu Hause. Die Mutter ist tot, der Vater in der Schweiz; er lässt René tausend Mark da, die er brüderlich mit seinen Freunden Dirk, Michael und Mario teilt. Dies ist, und das spüren sie alle vier, ein Sommer, wie es ihn nie wieder geben wird für sie. Die Jungs streifen durch die heiße, urlaubsleere Stadt und sitzen in Cafés herum, während sie darum wetteifern, besonders geistreich zu sein. Bei alledem geht es doch vor allem um eines: darum, das richtige Mädchen zu finden.

  • Thomas Melle: Die Welt im Rücken (Rowohlt Berlin, August 2016)

Thomas Melle leidet seit vielen Jahren an einer manischen Depression, auch bipolare Störung genannt. Nun erzählt er davon, erzählt von persönlichen Dramen und langsamer Besserung, und gibt einen außergewöhnlichen Einblick in das, was in einem Erkrankten vorgeht.

  • Eva Schmidt: Ein langes Jahr (Jung und Jung, Februar 2016)

Benjamin lebt mit seiner Mutter allein, die Wohnung in der Siedlung am See ist klein, den Hund, den er gerne hätte, kriegt er nicht. Eines Tages begegnet Benjamin Herrn Agostini, einem alten Mann aus der Nachbarschaft. Ihm leistet der Hund „Hemingway“ Gesellschaft. Aber Herr Agostini ist nicht mehr gut auf den Beinen, er weiß nicht, was aus »Hem« werden soll. Ähnlich wie Karin, die gerne wüsste, wer sich um ihren Hund kümmert, wenn ihr was zustößt, wie sie sagt. Eva Schmidt erzählt davon, wie wir leben, allein und miteinander, und wie wir uns dabei zuschauen.Benjamin lebt mit seiner Mutter allein, die Wohnung in der Siedlung am See ist klein, den Hund, den er gerne hätte, kriegt er nicht. Eines Tages begegnet Benjamin Herrn Agostini, einem alten Mann aus der Nachbarschaft. Ihm leistet der Hund „Hemingway“ Gesellschaft. Aber Herr Agostini ist nicht mehr gut auf den Beinen, er weiß nicht, was aus »Hem« werden soll. Ähnlich wie Karin, die gerne wüsste, wer sich um ihren Hund kümmert, wenn ihr was zustößt, wie sie sagt. Eva Schmidt erzählt davon, wie wir leben, allein und miteinander, und wie wir uns dabei zuschauen.

  • Philipp Winkler: Hool (Aufbau, September 2016)

Jeder Mensch hat zwei Familien. Die, in die er hineingeboren wird, und die, für die er sich entscheidet. Heikos Leben, das sind die HOOLS. Als einer von ihnen nach einem Spiel zusammengeschlagen wird und sich aus der Szene verabschieden will, ist das für Kolbe wie Verrat. Denn der Kampf gegen die Erzrivalen aus Braunschweig steht direkt bevor: Pokalhalbfinale. Philipp Winkler führt uns ein eine fremde Welt, die doch nebenan liegt, deren Sprache rau ist, deren Sitten roh sind, voller Gefallener und Fallender.

 

Die Verkündigung des diesjährigen Siegers erfolgt am 17. Oktober im Rahmen der Frankfurter Buchmesse.

 

Wer ist Euer Favorit? Könnt Ihr einen der Romane empfehlen? Bin gespannt 🙂

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