Denn nach dem Buch ist vor dem Buch…

Und auf das nächste freue ich mich schon sehr 🙂

Es wird das Jugendbuch Brüder für immer des mehrfach ausgezeichneten niederländischen Autors Rindert Kromhout sein.

Dieser Roman erzählt aus der Beobachterperspektive des jüngeren Bruders Quentin die Geschichte seiner Familie. Einer zugegebenermaßen in England Anfang des 20. Jahrhundert recht unkonventionellen. Bestehend aus seiner Mutter Vanessa Bell, einer zu ihrer Zeit sehr bekannten Malerin und Keramikerin, die mit ihrem Liebhaber Duncan Grant und den beiden Söhnen, Quentin und seinem älteren Bruder Julian, aus der Ehe mit dem Journalisten Clive Bell und ihrer Tochter Angelica von 1926- 37 auf dem verwunschenen Landsitz Charleston in Sussex lebt.
Vanessa ist die ältere Schwester der Schriftstellerin Virginia Woolf, sie und ihr Mann Leonhard, Herausgeber der Hogarth Press, Duncans Liebhaber und viele andere zeitgenössische Künstler der sogenannten Bloomsbury Group sind häufig zu Gast. Es wird gelacht und gestritten, es wird sich verliebt und verloren, zusammen gekocht und getrunken. Es wird gelebt, frei und offen, auch für die drei Kinder, die inmitten dieser intellektuell fruchtbaren Atmosphäre zu Lyrikern, Malern und Schriftstellern heranwachsen.
Auch wenn es sich bei der Idee des Romans um eine fiktive Geschichte handelt, dass Quentin seinem im Kampf gegen den Faschismus in den Spanischen Bürgerkrieg ziehenden Bruder verspricht, sollte dieser dort sterben, ein Buch über ihn zu schreiben,  die Romanfiguren sind nicht erfunden.
 Etwas Biographisches zu den Brüdern:
Quentin Claudian Stephan Bell (1910 – 1996) war ein britischer Kunsthistoriker, Kunstkritiker, Maler, Keramiker und Schriftsteller. Als Neffe Virginia Woolfs veröffentlichte er ein Jahr nach ihrem Tod 1942 mit Unterstützung ihres Ehemannes die berühmte Biographie Virginia Woolf: A biography, zwei Bände, gewann viele Preise, schrieb herausragende Bücher über die Bloomsbury Group und Charleston Farmhouse. Er lehrte als Professor für Kunstgeschichte an verschiedenen namenhaften Universitäten. Nach dem Tod Leonhard Woolf 1969 erbten er und seine Halbschwester Angelica Garnett  de Focalquier Virginia Woolfs literarisches Vermächtnis.
Julian Heward Bell (1908 – 1937), Quentins und Angelicas älterer Bruder, war ein britischer Maler, Kunstkritiker und Lyriker. Er studierte am King’s College in Cambridge, wo er Mitglied der marxistischen Geheimgesellschaft „Cambridge Apostles“ war. 1935 reiste er nach Wuhan, China, um dort an der Universität Englische Literatur zu unterrichten, begann dort eine Affaire mit einer seiner Studentin, Ehefrau seines Dekans und späteren Schriftstellerin Ling Shuhua. Im Frühsommer 1937 kämpfte er in Spanien an der Seite britischer und amerikanischer Intellektuellen, um ein Zeichen gegen die Passivität ihrer Länder gegen das Aufkommen des Faschismus in Europa (Italien, Deutschland) zu setzen. Wenige Monate nach seiner Ankunft kam er bei der Schlacht von Brunete ums Leben.
Virginia Woolfs brieflicher Kommentar zu einem von Julians frühen Gedichte.
woolf_letter
Eines von Julians späten Gedichte Catallus
              Kiss before we sleep
              A thousand times again,
              And love close-guarded keep:
              Though this night we wake
              With the grey sun’s light,
              Returning dawns will break
              While we in our long night,
              Past pleasure or pain,
              Nor turn nor kiss again.

Bell, Julian. Work from the Winter and Other Poems. London: Hogarth Press, 1936: 42.

 

 

 

 

 

 

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