Das Fräulein Rottenmeier unter den Salatpflanzen…

Pünktlich zum 1. Februar läute ich die 2. Runde der Gemüse Competition ein und das Grünzeug des Monats soll sein: Chicorée!

 

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Jepp, diese eher unscheinbare Variante unter den Blattgemüsen ist unser Februar-Kandidat. Denn, wenn es auf den Feldern zu kalt für alles andere ist, schlägt die Stunde der Blauen Wegwarte .

Sie besteht aus der etwa 15 cm langen Rübe, entsteht aus der Verdickung der Hauptwurzel einschließlich des untersten Sprossabschnittes, und der weißen Rosette mit seinen blassgelben Spitzen.

Freudlos, skeptisch verschlossen, die gotisch zulaufenden Blätter, erinnert mich dieses Gemüse eher an die knochige, schmallippige Hauslehrerin Fräulein Rottenmeier als an überbordende südländische Lebens- und Tafelfreude.

 

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Aber was wäre das Leben einer Köchin ohne Herausforderungen 😉

Dank seiner Bitterstoffe, die man aber durch ein vorbereitendes, lauwarmes Wasserbad  & das Herausschneiden des Kerns abmildern kann, seiner geringen Kalorienmenge, nur 15 auf 100 g, und Inhaltsstoffe wie Vitamin A, B und C sowie Kalium, Phosphor, Kalzium und Magnesium, ist der Chicorée die ersten Wahl für  figur- und gesundheitsbewusste  Gemüseshopper.

Beim Einkauf sollte man darauf achten, dass er von makelloser Schönheit ist, braune Stellen und welke Blätter entfernen. Eine Grünfärbung der Spitzen ist ein Zeichen für eine weitere Erhöhung der Bitterstoffe.

Für die, die immer noch nicht überzeugt sind, gibt’s den „Einsteiger-Chicorée“, den freundlichen roten, eine Kreuzung aus dem weißen Chicorée und Radicchio. So leuchtend schön bleibt der aber nur in der Rohkostvariante, sonst blutet er aus wie ein neues karmesinrotes H & M T-Shirt.

Weder der eine noch der andere mögen all zu lange Langerzeiten, höchstens 4 Tage kühl und lichtgeschützt im Gemüsefach des Kühlschranks, dann sollten sie verzehrt werden.

Der Anbau lässt sich in zwei Phasen einteilen: die Anzucht der Treibrübe, der braune Teil auf dem Photo oben, und die Treiberei der Sprosse. Die Treibrübe wurde seit dem 19. Jh. getrocknet, geröstet und zu einem Kaffee-Ersatz, dem Zichorienkaffee oder Muckefuck, verarbeitet, der nach dem 2. WK erfolgreich industriell hergestellt wurde.

 

 

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Mehr durch Zufall haben belgische Bauern beim winterlichen Einlagern ihrer Kaffee-Ersatz-Pflanze entdeckt, dass deren Wurzeln Triebe bildeten, die als Salatzichorie oder Chicorée essbar sind.

Genug der Theorie bis zum 15. Februar haben wir jetzt Zeit zu beweisen, dass Chicorée auch mmmmh sein kann 🙂 Ich hoffe, Ihr seid dabei.

Also, an die Töpfe fertig los!

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