Es ist nicht alles Gold, was glänzt

Während die junge Aimée 1891 am Vorabend ihrer arrangierten Hochzeit mit einem wesentlich älteren Mann, den sie kaum kennt, an den letzten Stichen für ihren in mühseliger Kleinarbeit erstellten, aufwendig verzierten Schmuckkragen für ihr Hochzeitskleid stickt, und dabei sehnsuchtsvoll romantischen Gedanken nachhängt, sticht sie sich in den Finger, so dass ein Blutstropfen auf ihn fällt. Etwas vom Herzblut seiner Schöpferin ist somit für immer verbunden mit diesem wunderschönen Kleidungsstück. Der Kragen wandert im Laufe des Romans „Aimées geheimer Wunsch“ durch die Jahrhunderte von Trägerin zu Trägerin, von Frauenhals zu Frauenhals, von Flandern, über Schanghai in den 20ern in die Metropole London heute. Dabei erfährt der Leser in kurzen Episoden etwas über die Wünsche und Sehnsüchte der jeweiligen Trägerinnen. Der zweite Erzählstrang berichtet von Maggie, die den Kragen durch Zufall in einer Kiste mit Tand gefunden hat und sich auf die Suche nach seiner Geschichte macht. Maggie ist eine modernen Frau, die nicht nur den Mann ihres Herzens will, wie Aimée, sondern ihre eigene Karriere als Auktionärin vorantreibt, die mit ihrem schlechten Gewissen ihrem Kind gegenüber hadert, und die sich nach Frieden mit der pubertär aufmüpfigen Stieftochter sehnt. Der Druck eines solchen Lebens ist enorm und
wie alle Besitzerinnen dieses Schmuckstücks muss auch Maggie lernen, es ist nicht alles Gold, was glänzt.
Ein typischer, mir zu sehr moralisierender Frauenroman.

 

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