Mit dem Pinsel zur Freiheit..

Es gibt ihn also doch, den anspruchsvollen historischer Roman mit dem gekonnt konstruierten, spannenden Plot und Figuren, die nicht wie eindimensionale Pappkameraden agieren, sondern wie Menschen aus Fleisch und Blut.

Simone van der Vlugts kraftvolle Heldin, die junge Catrijn aus dem kleinen Dorf de Rijps, die sich aus ihrem alten Leben als Opfer ihres cholerischen Ehemannes befreit, und in der Hoffnung ihren Traum auf ein freies, selbstbestimmtes Leben als Künstlerin zu verwirklichen, in ein unbekanntes, neues aufbricht, ist weit entfernt von der Klischee Superwoman, und gerade deshalb ist sie eine würdige Vertreterin des ungewöhnlich durchlässigen, sozialen Gefüges in der Republiken der sieben Niederlande im 17. Jahrhundert. In den knapp zwei Jahren erzählter Zeit verschlägt es sie, auf der Flucht vor der Vergangenheit, aus ihrem Heimatdorf über Alkmaar und Amsterdam nach Delft, wobei sie so illustre, historische Persönlichkeiten wie Rembrandt & Vermeer kennenlernt und an der „Erfindung“ der bis heute weltberühmten Delfter Keramik beteiligt ist.

Für mich ist „Nachtblau“ ein unbedingt lesenswerter Roman, der seine Leser ins „Gouden Eeuw“ , das Goldenen Zeitalter der Niederlande, entführt, in der jene einzigartige Blüte von Kunst und Kultur herrschte, und einen bildgewaltigen Hintergrund für die persönliche Entwicklung einer interessanten Frau.

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