Quatre-quarts: Kinderleichter Kuchen

Wochenende ist Kuchenzeit!

Gestern habe ich durch Zufall eine verstaubte Schachtel mit alten Familienphotos wiedergefunden. Auf einem war ein Kinderbild von mir und meiner französischen Großmutter in ihrer wunderbar altmodischen Küche beim Kuchenbacken.

Ich liebte diese Küche, deren Stil man wohlwollend als Rollenmodel des Shabby Chic bezeichnen könnte 🙂 Die Küche war riesig, groß genug, um in ihr ohne Probleme Essen für 20 oder mehr Personen zuzubereiten und das tat mamie regelmäßig, zum Beispiel während der Weinlese und Ernte. Nicht alleine natürlich, sie hatte dann Hilfe. Ich mochte dieses Gewusel, liebten es selber mitschnippeln oder rühren zu dürfen. Auf dem gefundenen Photo sieht man mich mit einem Holzlöffel in der Hand auf einem Holzstuhl hockend in einer ihrer großen Tonschalen rührend. Auf dem Tisch steht Mehl, man sieht Eierschalen, also denke ich, dass wir gebackt haben. Und da fiel er mir wieder ein, unser Kuchen 🙂

Der Quatre-quarts.

Ein Rührkuchen, der natürlich nicht unser war, sondern ein französisches Nationalgut, was ich als Kind natürlich nicht wusste. Er besteht im Grundrezept aus nur 4 (quatre) Zutaten: Eier, Zucker, Mehl & Butter jeweils zu gleichen Teilen, also Vierteln (quarts). Beim heutigen Nachbacken ergaben 3 Eier mit Schale auf der Waage z.B. 197 g, was bedeutet, dass auch von allen anderen Zutaten jeweils 197 g verwendet werden müssen. Damit dieser Kuchen so super weich & fluffig wird, ohne den kleinsten Krümel Backpulver, liegt daran, dass man die Eier trennt, das Eiweiß zu Eischnee schlägt und erst ganz zum Schluss unter die Masse hebt.

Zu seinem Ruhm nicht nur bei mir hat sicherlich auch beigetragen, dass man die wenigen Zutaten gewöhnlich zu Hause hat, dass Kinder, nicht nur ich, es lieben Eier zu trennen, dass die Zubereitung super schnell geht, genau das Richtige für die noch begrenzte Aufmerksamkeitsspanne von Kindern & außer ein bisschen Rühren & Einfüllen braucht man nix zu tun.

Kein Wunder also, dass „mein“ Kuchen ein Nationalgut wurde. Er ist kinderleicht dieser Quatre-quarts 🙂

Man kann ihn wie jeden Rührteig aber natürlich auch noch „pimpen“ , mit ein bisschen Zusatzaroma wie Vanillemark, Zitronensaft oder gleich etwas Hochprozentigem. Ich zum Beispiel hatte noch Calvados vom Marmelade Kochen übrig. Naja, und ein paar Vitamine schaden schließlich auch nicht, also haben ich noch etwas klein gewürfelten Apfel dazu gegeben. Wichtig ist nur: der Eischnee kommt als letzter in die Teigschüssel!

 

recipe for 1 Kastenform

  • 197 g Eier
  • 197 g Zucker
  • 197 g Butter, flüssig & warm
  • 197 g Mehl, gesiebt

 

  • 1 Apfel, geschält, entkernt, in kl. Stücke geschnitten
  • 1 großer Schuss Calvados

 

how to do

  • den Backofen auf 180 Grad vorheizen
  • die Eier trennen
  • das Eiweiß schlagen & beiseite stellen
  • in einer Rührschüssel die Eigelbe mit dem Zucker schaumig schlagen
  • die flüssige Butter dazugeben & weiter schlagen
  • das gesiebte Mehl unterrühren
  • den Calvados & die Äpfelstücke hinzugeben
  • den Eischnee unterheben
  • das ganze in eine Kastenform füllen
  • etwa 40 min. backen lassen, eventuell nach 30 min. mit Alufolie abdecken
  • aus dem Backofen & der Form nehmen & auf einem Kuchengitter auskühlen lassen

 

smell, taste & go for the show…

 

 

 

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