Mein allererstes Kirschgelee

Auch wenn es sich bei unserem Haus um einen ehemaligen Bauernhof handelt, eigentlich ein bäuerliches Anwesen, das sich mitten im Ortskern befindet, haben wir leider keinen wunderschön über Generationen gewachsenen Garten, wie man sich das so vorstellt. Denn das Anwesen ist mit den Jahren aufgeteilt worden und auf unserem Teil stehen das Haus, der Kuhstall, der der Ziegenstall. & stand die große Scheune. Die wurde noch von dem Voreigentümer abgerissen & deren Grundmauern & der Rest des Grundstück sich für mehrere Jahre selbst überlassen. Seit 2 Jahren versuche ich nun daraus einen Garten zu machen, den ich auch für die Selbstversorgung mit Obst & Gemüse nutzen kann. Einen abgetrennten ( ich habe zwei gefräßige Hunde, der serve- yourselves Fraktion) Gemüsegarten und einige neu gesetzten Obst- und Beerensträucher gibt es seit letztem Herbst.

Die einzigen alten Obstbäumen sind ein sehr, sehr betagter Kirschbaum an der nördlichen Grundstücksgrenze & ein Pflaumenbaum an der Auffahrt. Letztes Jahr waren wir Garten-Neulinge für die Kirschen, die laut Nachbar Aussagen super lecker sein sollten, zu spät, das sollte uns dieses Jahr nicht noch einmal passieren, schon im Winter hatte ich Stadtkind die Kirschsaison gegoogelt & behielt die Fruchtentwicklung genaustens im Blick.

Weit oben konnte man dann auch irgendwann auch die ersten roten Kirschen sehen, dumm nur, dass die Vögel das auch konnten & fleissig Geschmacksproben nahmen. Als wir dann mit Leiter & eiligst erworbenen Obstpflücker nebst Teleskopstil anrückten, war die mengenmäßige Ausbeute auch gar nicht übel, nur waren fast alle Kirschen übersät mit „Bitings“, den Vogelpickproben 😉

Da es schon ausgeprägter chirugischer Fähigkeiten bedurft hätte, die Bissstellen zu entfernen, habe ich aus der Not eine Tugend gemacht & mich gegen Kirschmarmelade & für ein Kirschgelee entschieden. Nach dem Waschen, Stil & Blätter Entfernen, wurden die Guten entkernt & in den Entsafter gegeben, was beides, wenn man nicht zu den feinmotorisch begünstigsten Personen zählt, zu einer ganz schöne Sauerei in der Küche führt. Der Saft nun bildete die Grundlage für das Gelee.

Da ich meinen Brotaufstrich eher nicht so süß mag, kamen die üblichen Verdächtigen, Vanille, Zimt oder Schokolade, die in Rezeptbüchern als Aromenbegleiter für Kirschen vorgeschlagen werden, also eher nicht in Frage. Um es etwas säuerlicher zu bekommen, hatte ich nur Zitronen und ein kleines Kaffirlimettensträuchlein (es ist wirklich noch mini, es passt in eine aufgeschnittene 1 l Olivenöldose), also warum nicht?

Mengenangaben habe ich übrigens hier extra nicht angegeben. Ich habe während des Einkochvorgangs- und danach immer probiert. Zwischendurch abzuschmecken ist hier besonders wichtig.

recipe

  • Süßkirschen, gewaschen, entstielt, entsteint, entsaftet
  • 2:1 Gelierzucker
  • 2 Biolimetten, Saft & Zesten
  • eine Handvoll (frischer) Kaffirlimettenblätter (getrockneter geht auch), gehackt

 

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Weil beim Einkochen Vorbereitung alles ist,  gibt’s diesmal sogar ein..

pre-to-do

  • bei mir stehen bereit: ein großer, schwerer Topf, eine Holzlöffel zum Rühren, ein Metalltrichter und eine Saucenkelle zum Gläser Befüllen & eine Grillzange, um die heißen Gläser aus dem Ofen zu holen, Marmeladengläser, einen Teelöffel & eine Untertasse für die Gelierprobe & ein feuchter Lappen für meine Kleckereien & Haushaltspapier, um möglicherweise den bekleckerten Glasrand vor dem Verschließen zu reinigen
  • alle am Herstellungsvorgang beteiligten Hilfsmittel müssen (fast) klinisch rein sein, also in heißem! & mit Spülmittel versetztem Wasser abwaschen, die zukünftigen Geleegläser mit  Deckel, aber ohne Gummiringe! bei 140 Grad 10 Min. auf ein Backblech in den Ofen geben & dort stehen lassen bis zu ihrer Befüllung (die Zange, mit der ihr sie wieder herausnehmt, sollte auch gerade gereinigt sein)

 

how to do

  • die kl. Untertasse in den Kühlschrank stellen
  • den Saft mit der richtigen Menge Gelierzucker, bei 2:2 bedeutet es doppelt so viel Saft wie Zucker in einen hohen! (Spritzgefahr) Topf geben & langsam erhitzen
  • den Limettensaft vielleicht auch nicht gleich den ganzen & die Limettenzesten & gehackten Kaffirlimettenblätter hinzugeben & abschmecken
  • die Zeit läuft, wenn die Masse einmal aufgekocht ist & dann etwas runter geschalten  & unter ständigen Rühren weiterkochen (vorsicht Spritzgefahr!), eventuell entstehenden Schaum vorsichtig abschöpfen
  • wenn es zu gelieren beginnt,  eine Gellierprobe machen, dazu mit einem Teelöffel etwas von der Masse auf die kalte Untertasse aus dem Kühlschrank geben, die Masse kurz etwas abkühlen lassen & mit der Fingerspitze  die Masse eindrücken, nun sollten sich bleibende Abdrücke, kl. Falten bilden, dann ist die Masse abfüllbereit
  • jetzt kann das Gelee in die aus dem Ofen genommenen, noch warmen! Gläser gefüllt werden (ist der Temperaturunterschied zwischen Gelee und Glas zu groß, könnte es platzen) & sofort fest verschlossen werden
  • ein Umstürzen der Gläser ist nicht notwendig

 

smell, taste & go for the show…

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