Im Reich der Löwin

Ich hatte Lust auf ein literarisches Bad in der Vergangenheit, auf Eintauchen in eine fremde und dank Geschichtsunterricht doch nicht völlig fremde Zeit, mir war nach einem historischen Roman für ein Wochenende auf dem Sofa.

Ohne den ersten Band „Schwerter und Rosen“ gelesen zu haben, habe ich den Roman „Im Reich der Löwin“  aus purem Interesse an der Historie um Richard Löwenherz gewählt, und weil mir der Name der Autorin bekannt vor kam. Leider habe ich mir nicht die Mühe gemacht,  vor der Wahl des Buches zu googeln warum, dann hätte ich womöglich diesem Buch keine Chance gegeben und hätte meinen ersten Eindruck nicht durch einen zweiten bestätigt, der da lautet: Silvia Stolzenburgs Romane machen mich zur unglücklichen Mäkelmaus!

Aber erst enmal zum Plot. Im Jahr 1194 Richard Löwenherz, der König der Angelsachsen und Normannen ist auf seinem Rückweg aus Jerusalem in Österreich und Deutschland festgesetzt worden und erst gegen eine hohe Lösegeldzahlung frei gelassen worden. In seiner Abwesenheit hat sein jüngerer Bruder Johann Ohneland, seine Stellvertreterrolle zu viel gefallen gefunden und die Gunst der Stunde des abwesenden Bruders in Koalition mit Richards Widersacher dem König von Frankreich Philippe der II. kalt zu nutzen. Als dieser wieder in England angekommen ist, sich zur erneuten Krönung , um seinen rechtmäßigen Anspruch auf die Königskrone zu verdeutlichen, seinen Widersachern und Unterstützern seines Bruders zu wendet, flieht letzterer vor Richards Rache in die Normandie. Dort wird die adelige 14jährige Jeanne, eine Verwandte der englischen Königinmutter, Eleonore von Aquitanien, gegen ihren Willen  aus machtpolitischem Kalkül, mit dem wesentlich älteren und gewaltätigen Grafen von Mainne vermählt,  einem Vasallen des frz. Königs.  Richards Knappe und Halbbruder, aus einer Liaison seines Vaters, der 15-jährige Roland Plantagenet, begleitet Richard bei der Rückeroberung der Normandie begegnet dabei Jeanne, die sich zur Königinmutter geflüchtet hat und verliebt sich. .Dem Glück im Weg steht König Richard, der auf Wunsch seiner Mutter schon dem umtreuen Bruder verzeihen muss, und Jeannes Wert im Machtpoker mit Philippe erkennt.

Auffallend kurze Kapitel, die einem sich Entwickeln von Erzähltem nicht förderlich sind, regelmäßig, schnell wechselnde Erzählorte (in Frankreich, England und Deutschland) sowie Erzählstränge kennzeichnen den Roman. Dazu ein der Geschichte vorangestelltes Personenregister, in dem auch die historischen von den fiktiven Personen geschieden werden, und dem Leser helfen soll bei der Wust an genannten, aber nicht weiter charakterisierten Personen nicht den Überblick zu verlieren.

Die Figuren bleiben auch in diesem Roman (schon nach ein paar Kapiteln erinnerte ich mich, warum mein erster Versuch mit einem Stolzenburg Roman so glücklos geendet hatte) arg flach, gut und böse, schwarz und weiß, Stereotypen statt Menschen auch die fiktiven Charaktere, Grautöne gehören nicht zum Farbspektrum. Hinzu kommt dann leider noch, dass die Figurenzeichnung des historischen Personals so auf emotionale Erregung der Leser schielend ausgerichtet war, dass ich zwischen gähnender Langeweile und Wut über Geschichtsklitterung hin- und her schwankte. 

 

Silvia Stolzenburg: Das Reich der Löwin. Bookspot Verlag. 2012

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