Meine geliebte Gartenbibel

Da  2018 mein erstes richtiges Gartenjahr werden sollte, vom Saatgut Großeinkauf im Herbst 17,  über die Voraussaat nicht zu früh & nicht zu spät, mit dem wochenlangen  Hegen und Pflegen im Wohnzimmer auf der Fensterbank, um die meisten kleinen grünen Babies spätestens Mitte Mai in die Freiheit zu entlassen.
Da ich meine Vorliebe für ein Leben in Gummistiefeln & mit stets schwarzen Fingernägeln auf der eigenen Scholle erst nach Jahrzehnten urbanen entdeckt habe, bedurfte es für den Erfolg dieses Unterfangens unbedingt wenigsten professionelle, theoretische Unterstützung. Ich wollte nicht mehr als einen Fachmann, der mir auch noch die dümmste Frage ohne zu lachen beantworten würde. Da ich mir den in menschlicher Gestalt nicht würde leisten können, musste ein Fachbuch her.
Bei der Auswahl aus dem Überangebot an Gartenbüchern im Handel das für mich passende zu finden, war ich als blutige Anfängerin aber ziemlich schnell überfordert. Für alle Eventualitäten meines Nichtwissens hätte ich mir eine Bibliothek anlegen müssen, wäre ich da nicht zum Glück meiner Pflanzen über Andrea Heistingers Basiswissen Selbstversorgung aus Biogärten aus dem Arche Verlag gestolpert.
Was Anderen die Bibel, der Pschyrembel oder Schönfelder ist mir im Laufe dieses Jahres dieses Buch geworden.
Auf 472 Seiten erklärt Heistinger in Kooperation mit dem Arche Noah Verein e.V. sehr anschaulich wie jedweder Gartenbesitzer, ob Anfänger oder Könner, ob auf dem Land im eigenen Garten oder als Teil eines Urban Gardening Projekts die unzähligen Möglichkeiten der Selbstversorgung mit Obst und Gemüse aus dem Bioanbau realisieren kann.
Dazu kommt der für mich mit nix als Balkonkasten Erfahrung besonders wichtige & umfangreiche Teil der Gartengrundlagen: von A wie Acker bis Z wie Zisterne. Es gibt hier Information über den so wichtigen Boden. Ich habe dank der Lektüre gelernt, wer da so so alles drin lebt, wie man seine Qualität messen und womit man sie verbessern kann. Ich kenne mich jetzt aus mit Regentonnen, Bewässerungszeiten & dem Mulchen, letzteres erspart einem das stundenlange Gießen bei Hitze. Ich weiß jetzt, wie man Samen in die Erde bringt, ihn in Kamillensud vorbehandelt, oder auch nicht, wer mit wem darf, wer mit wem sogar sollte, um Fressfeinde in Schach zu halten und das es Opferpflanzen gibt! Und ich habe auf die harte Tour, noch ohne Buch, gelernt, dass es schlau ist sich einen Plan zu machen, was man wohin gepflanzt hat, da Beschriftungen nicht wetterbeständig sein müssen. Von den unbedingt erforderlichen Must-have Gartenwerkzeugen bis hin zur Lagerhaltung meiner 110 Kilogramm gesetzter Saatkartoffeln, ich fand die verschiedenen Sorten so spannend, dieses Buch weiß einfach auf alle meine Fragen eine Antwort.
Das Buch stellt die gängigsten Gemüse und Obstsorten vor, gibt an, wer wann ausgesät und/oder ausgepflanzt werden darf, aber auch wie lange die einzelnen Phasen dauern. Was für ungeduldige Anfänger nicht verkehrt ist. Auch wer im Beet bleibt und nächstes Jahr wieder kommt, aber auch, was in der Mitte des Sommers noch geht und wenn nix mehr geht, dass dann besser Gründüngung kommt, statt nix. Natürlich werden auch die Bäume und Beerensträucher behandelt, z.B. wer als Single überlebt und wer nicht und sogar, wie sie beschnitten werden sollten. Diese praktische Umsetzung spare ich mir aber noch fürs nächste Jahr auf.
Kurzum, ohne dieses Buch wäre ich die ersten ( Monate des Jahres hoffnungslos verloren gewesen!
Zu den schon genannten Teilen kommen noch anekdotische Erfahrungsberichte unterschiedlicher Arche Noah Vereins Gärtner, anschauliche Tabellen, Skizzen und Photos.
Auch mit minder grünem Daumen steht mit diesem Buch meiner Karriere als Bio-Selbstversorgerin nichts mehr im Wege!

 

Andrea Heistinger: Basiswissen Selbstversorgung aus Biogärten. Löwenzahn Verlag

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