Bösland macht mich leider böse

Ich & B. Aichners Thriller sind anscheinend wirklich nicht füreinander geschaffen.

Nachdem ich mit meiner Einschätzung nach Totenhaus schon gegen den Jubelstrom seiner hochgelobten Totenfrau-Triologie geschwommen bin, wollte ich mit Bösland einen 2. Versuch wagen ins Aichner Reich des Suspense einzutauchen. Nicht immer ist es Liebe auf den ersten Blick zwischen Leser & Autorenschreibe. Gründe dafür gibt es viele. Vielleicht war ich damals einfach noch nicht thrillererfahren genug, um die Geschichte der meuchelnde Bestatterin, Brünhilde Blum, angemessen zu goutieren; vielleicht bin ich auch pathologisch logikaffin, wer weiß das schon.

Jetzt also, mit etwas zeitlichem Abstand: Bösland. Diesmal ein Thriller mit kurzen Kaiteln, dafür längeren Allerweltssätzen, auffallend deshalb, weil ich Aichners, von der Kritik besonders hervorgehobenen, Stakkato-Stil als herzschlagantreibendes Stilmittel erwartet hatte. Die Handlung, laut Klappentext wieder Blutrausch & Albtraum, aber der Fokus des Autors, der für die Triologie ein Praktikum in einem Bestattungsinstitut gemacht haben soll, scheint diesmal nicht auf dem bloßen Akt des kreativen Tötens zu liegen, nein, sein Ehrgeiz treibt ihn in die höhere Sphären der Psychopathologie. Als Österreicher, wenn auch kein Wiener, ist das ja gar nicht so abwegig, aber auf diesem Küchentischniveau leider eher ermüdend, denn erhellend. Und der Plot selbst? Vielleicht lese ich mittlerweile zu viele Thriller, vielleicht habe ich selbst zu viel Boshaftigkeit in mir, aber schon im zweiten Kapitel waren die nächsten vorauszusehen. Und so etwas macht mich wirklich böse!

 

Bernhard Aichner: Bösland. Verlagsgruppe Random House.

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